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4.2.2012 von Wolfgang Messer.
Einen tollen Spaß erlaubt sich die Warenhauskette “real,-” in Ihrem aktuellen Werbeprospekt. Unter anderem finden Sie dort seit dem Wochenende dieses Sonderangebot:

Da freut sich doch das Mütterchen auf dem Dorf: Zwar schalten diese bösen Satelliten-Buben in knapp einem Vierteljahr das gute alte analoge TV ab, aber mein “real,-” hat ein Herz für mich und bietet mir einen schönen, großen Fernseher an, mit dem ich auch nach am 1. Mai noch über meine Schüssel “Willkommen bei Carmen Nebel” gucken kann!
Ähm, nein, da bleibt “real,-” leider völlig im Irrealen. Mal davon abgesehen, dass Sie eine alte Satellitenschüssel möglicherweise erst mit einem Universal-LNB nachrüsten oder komplett ersetzen müssen: Das ohne Zweifel supergünstige Toshiba-Gerät empfängt zwar DVB-T- und hochaufgelöste, digitale Kabel-Signale, steht aber Satellitenprogrammen vollkommen ratlos gegenüber. Kundige Menschen können das dem kleinen Hinweis
in der linken, oberen Ecke entnehmen, Laien werden daraus wohl nicht schlau: Da fehlt nämlich das Kürzel “DVB-S” - es ist also kein “Triple-Tuner”, der mit allem klar kommt, was so von Sendemasten, aus Kabeln und Weltall geliefert wird. Stattdessen müsste das Mütterchen noch zusätzlich einen digitalen Satellitenempfänger kaufen, von denen natürlich auch welche auf der Prospektseite angeboten werden - mit HD und ohne. Ob sie das alles aber wissen kann, wenn der “real,-”-Befehl …
Rüsten Sie jetzt um auf digitalen Sat-Empfang!
ausgerechnet auf einem TV-Gerät prangt, das keinen digitalen Sat-Empfang hat?
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31.1.2012 von Wolfgang Messer.
Zugegeben, ich bin sehr spät dran und wirklich bedeutend ist es auch nicht, aber fällt Ihnen was auf bei diesem Screenshot aus der Satire-Reihe “Toll!” (Video in der Mediathek) in der ZDF-”Frontal 21″-Sendung vom vergangenen Dienstag?

Richtig, das Gebäude ist der real existierende Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Strasbourg/Frankreich (der gerne, oft und falsch als “EU-Gericht” bezeichnet wird); das Ortsschild (frz.: Panneau de la localité) im Vordergrund werden Sie dort aber vergeblich suchen. Nicht, dass die Aufschrift “Straßburg” so verkehrt wäre. Diese Schreibweise ist im elsässischen Teil Frankreichs durchaus möglich, teilweise gibt es dort sogar zweisprachige Schilder.
Allerdings dürfte es kaum einem Franzosen gefallen, dass der Name der Stadt in der “Toll!”-Animation auf einem eindeutig erkennbar deutschen Ortsschild prangt. Zwar gehörte Strasbourg/Straßburg im Lauf seiner wechselvollen, bewegten und kriegerischen Geschichte mehrfach zu Deutschland bzw. dem “Deutschen Reich”, aber seit 1944 definitiv nicht mehr.
Auf vermeintliche aktuelle Versuche von Deutschen, das Elsass wieder zu okkupieren (etwa durch zahlreiche und teils problematische Zuzüge), reagieren unsere französischen Nachbarn angesichts der dort immer noch präsent gehaltenen konfliktreichen Vergangenheit äußerst empfindlich. Da genügen selbst kleine deutsche Ungeschicktheiten, um empörte Reaktion hervorzurufen - trotz der inzwischen manifestierten deutsch-französischen Freundschaft.
Ja, so ein imaginäres Schild mag uns Deutschen in einem Satire-Beitrag über “Finanzhaie” harmlos erscheinen, Franzosen könnten das aber durchaus als “faux pas” werten - eine Stil-, keine Grundsatzfrage. Also, falls mal wieder ein Ortsschild von Strasbourg gebraucht wird: Nehmt ein echtes, das so aussieht wie auf dem Bild oben links. Wäre toll.
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