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4.12.2011 von Wolfgang Messer.

Allgemein sehr beliebt, aber nichts für mich: Schlittschuhlaufen. (Foto: Dezidor@Wikimedia Commons, gemeinfrei)
Zwei- oder dreimal habe ich schon probiert, mit Leih-Schlittschuhen auf Eis zu laufen - mit jeweils niederschmetternden Ergebnissen. Prima Ausrede bei meiner Größe von 1,92 m: Wahrscheinlich liegt mein Schwerpunkt zu hoch, um auf nur zwei dünnen Kufen das Gleichgewicht einigermaßen halten zu können. Ähmja, vielleicht bin ich auch nur zu blöd für diese Kunst. Stattdessen habe ich mich einige Jahre lang lieber mit vier Rädern auf meist sehr griffigen Rennstrecken ausgetobt.
Dabei ist mir aber völlig entgangen, dass findige Unternehmer schon längst eine Synthese aus “Hobby-Motorsport” und “Eis” gebastelt haben. Erst heute bin ich durch eine Zeitungsanzeige der Freiluft-Eisbahn meiner langjährigen Heimatgemeinde Bühlertal darauf gestoßen worden:

Ausschnitt aus dem pdf-Flyer der “Kunsteisbahn Am Wiedenfelsen”
Ab diesem Nikolaustag (Dienstag, 6. Dezember) kann man dort dienstags und samstags ab 18 Uhr mit Karts auf der Eisfläche herumsausen, jeweils sieben Minuten lang für 15 Euro. Ein “all inclusive”-Paket ab zehn Personen gibt’s für 79 Euro. Während der Ferien geht das mit Reservierung sogar täglich. Die Elektro-Karts sind mit so genannten “Regenreifen” ausgerüstet, in die zusätzlich Spikes geschossen wurden; der Grip ist also trotz der glatten “Rennstrecke” sehr ordentlich.
Die Werbebotschaft “Das gibts nur hier” (sic!) ist allerdings deutlich übertrieben. In Wirklichkeit gibt es “Kart on ice” bereits seit einigen Jahren und in diversen Wintersportgebieten; teils stationär, teils mobil, mit Verbrennungs- oder Elektromotoren. In größerem Maßstab kennen wir Motorsport-Verrückte das Prinzip sogar schon seit 1990 von der französischen Eisrennserie “Trophée Andros”. Schön, dass es das nun auch hier im Nordschwarzwald gibt und damit für Gleichgewichts-Legastheniker wie mich endlich ein Eisvergnügen ohne Sturzgefahr möglich ist.
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8.11.2011 von Wolfgang Messer.
Wissenschafts- und Technikredakteur Christian Wüst schreibt im aktuellen “Spiegel” (Nr. 45, Seite 154) zu Beginn eines Beitrags über “Car-Sharing”:
Ein Gerät, das man nur wenige Minuten am Tag braucht, auch gleich zu kaufen, erscheint nicht schlau. Und doch hat der Mensch meist keine Alternative. Wer vermietet schon Kaffeemaschinen oder Rasierapparate?

Hallo, Herr Wüst? Sie sind Journalist und brauchen eine Kaffeemaschine nur “wenige Minuten am Tag”? Ist das nicht ein Widerspruch in sich, ein Oxymoron? Wie dieser alte Witz “Zwei Musiker gehen an einer Kneipe vorbei”? In den gut 30 Jahren, die ich in diversen Redaktionen gearbeitet habe, liefen die Kaffeemaschinen über’s Jahr gesehen deutlich länger als etwa Bildfunkgerät, DFÜ-Modem, Telefax, Nadeldrucker, Handtuchspender im WC oder der alte Bobtail des Leiters unserer Kulturredaktion damals.
Anfangs waren das solche Blubber-Dinger mit Filter, die nie so schnell Kaffee kochen konnten wie die teils zweifelhafte Brühe getrunken wurde, später kamen die segensreichen Vollautomaten mit Mahlwerk, die große Teile des Arbeitstages in Betrieb waren und unverständlicherweise noch nicht ins Weltkulturerbe des Journalismus aufgenommen wurden. Schon mal probiert, so rund 20 Jahre lang frühmorgens, spätabends oder nachts Radiosendungen ohne Kaffee zu moderieren? Unmöglich.
Und selbst heutzutage, wo ich nur ab und zu mal das Hirn zum Verfassen diverser Blogbeiträge einschalte, wäre das ohne die Einhaltung eines gewissen Koffein-”Spiegels” (sic!) undenkbar. Weil’s ja in Ihrem Artikel um Autos geht, Herr Wüst: An zahlreichen Tagen des Jahres ist mein Subaru null Minuten in Betrieb, während die “Melitta” (Bild, stilgerecht mit Dampfschwaden über der SWR-1-Redaktionstasse, Foto: W. Messer) mindestens eine Nettostunde vor sich hin raspelt und röchelt. Und jetzt multiplizieren Sie das beispielsweise mit 15 (geschätzte Anzahl der Redaktionsmitarbeiter, die sich eine Kaffeemaschine teilen müssen).
Diese zwingende Symbiose aus Röstkaffee und redaktioneller Arbeit ist definitiv kein Dinosaurier-Relikt von uns alten Bleisatz-Zöglingen (damals genossen wir in der Redaktion zum Kaffee auch noch das Zigarettchen und der Kulturredakteur hatte schon bei der 14-Uhr-Konferenz leichte Artikulationsprobleme [nicht wegen des Kaffees, aber das ist eine andere Geschichte]), sondern durchaus auch bei jüngeren Journalisten anerkannt.
Übrigens: Zu Ihrer Frage, Herr Wüst, wer denn schon Kaffeemaschinen vermiete, liefert Tante Gugel immerhin über 7000 Antworten. Die artgerechte Haltung von wahren Journalisten erfordert allerdings zwingend den Kauf einer Maschine - ein Mietgerät käme bei der extensiven Benutzung einfach zu teuer.
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