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3.6.2010 von Wolfgang Messer.
Tolle Geschichten müssen meistens lange recherchiert werden. Wahrscheinlich hat’s deshalb rund drei Wochen gedauert, bis Bild.de unter der Überschrift “Ticken die noch richtig? Die Ferrari-Uhr kostet mehr als der Sportwagen!” die Sensation enthüllen konnte:
Ferrari und der Uhrenbauer Cabestan (Schweiz) haben die „Scuderia Ferrari One“ entwickelt. Das limitierte Zeiteisen kostet laut t.online.de etwa 300 000 Euro – viel mehr als das aktuelle Ferrari-Topmodell!
In diesen zwei Sätzen verstecken sich leider schon drei Fehler: Die Quelle heißt t-online.de (versuchen Sie mal, eine Mail an eine t.online.de-Adresse zu verschicken), das Zeiteisen kostet je nach Quelle eine offiziell ungenannte Summe oder gerüchteweise 300.000 US-Dollar, was zur Zeit noch deutlich weniger als 300.000 Euro sind, und das derzeit teuerste Ferrari-Topmodell ist nicht der von Bild.de herangezogene 612 Scaglietti F1A für 268 300 Euro, sondern der 599 GTO (Listenpreis lt. Zeitschrift sport auto: 317.500 Euro) als straßenzugelassener Sportwagen beziehungsweise der 599XX (lt. sport auto: 1,3 Millionen Euro) für die Rennstrecke.
Das derzeit teuerste Ferrari-Modell: Der 599XX (hinten, Foto: Jaydec@Wikimedia Commons)
Beruhigen wir also die durch diese Bild-Meldung verunsicherten “Superreichen” (da war doch neulich was…): Die auf 60 Exemplare limitierte und Ihnen als einem der besten Ferrari-Kunden vorbehaltene Uhr kostet in jedem Fall nicht mehr als der teuerste Ferrari-Sportwagen in Ihrer 1.200-Quadratmeter-Privat-Tiefgarage. Damit ist leider die ganze schöne Schlagzeile hinfällig - und die Frage, wer da wo und in welchem Zusammenhang nicht richtig tickt, die muss wohl noch mal neu überdacht werden.
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